Daddylicious: Asterix, Lucky Luke und Co – wo sind bloß die Comics hin?

Wed 16 Sep 2015

Nein, ich will den Fortschritt nicht aufhalten, ich will nicht zurück auf die Bäume und ich verteufele auch nicht aktuelle technische Entwicklungen im Kinderzimmer. Aber so manchmal frage ich mich doch, wo denn einige Dinge abgeblieben sind, die in meiner eigenen Kindheit extrem viel Zeit verschlungen und damit im Rückblick auch prägende Eindrücke hinterlassen haben. Kürzlich habe ich in meinem Bücherregal ein paar alte "Lucky Luke" Comics gefunden. Das hat viele Erinnerungen geweckt und dazu die Frage aufgeworfen, wo die Helden meiner eigenen Kindheit sich denn bloß verkrochen haben. Ende der Siebziger war ich in der Grundschule. Und jeder einigermaßen coole Typ - und auch viele Mädchen - haben zu der Zeit die Comics des rauchenden Westernhelden und seines weißen Pferdes Jolly Jumper gelesen. Jeder wusste, wie die vier Daltons hießen und jeder hatte ein bißchen Mitleid mit dem trotteligen Hund Rantanplan. Regelmäßig sind wir in die Stadtbücherei geradelt und haben uns ein paar der abgegriffenen Hefte ausgeliehen, um sie dann an einem gemütlichen Nachmittag zu verschlingen. Heutzutage scheint Lucky Luke bei Kindern keine Rolle mehr zu spielen, eine deutsche Facebook-Seite gibt es nicht. Und obwohl die Western-Legende auch nach dem Tod des Erfinders Morris im Jahr 2001 weiterreitet, scheint das Heft heute nur noch für echte Fans aufgelegt zu werden. Ein bißchen besser scheint es da um den Gallier Asterix zu stehen. Der Geschichtsunterricht, verpackt in bunte Bilder und viel Haue, spielt offensichtlich auch heute noch eine Rolle in der Generation unserer Kinder. Über 650.000 Facebook-Fans und eine wirklich toll gestaltete WebSite asterix.com sind ein deutliches Signal. Eventuell helfen dabei auch die Verfilmungen der kultigen Comics. In meiner Kindheit kannten alle Jungen und Mädchen die Dorfbewohner mit allen ihren Eigenarten. Jeder neuen Ausgabe wurde entgegengefiebert und Idefix kläffe sich in die Herzen einer ganzen Generation. Aber auch im Teenager-Alter war nicht Schluss mit dem Lesen von Comics, es wurde derber und etwas anspruchsvoller, zum Beispiel mit den beiden Agenten Clever und Smart, mit dem MAD-Heft, dem Marsupilami oder auch Tim und Struppi. Das war dann schon etwas abenteuerlicher und manchmal auch gemeiner und daher natürlich auch ziemlich lässig, wenn man daraus zitieren konnte. MAD war eigentlich auch gar keine Comic-Geschichte, sondern gezeichneter Anarcho-Humor. Ich fand's großartig. Heute kümmern sich Initiativen darum, dass Kinder mehr lesen. Und natürlich geht es insbesondere um Bücher ohne Bilder. Aber irgendwie vermisse ich auch diese Comic-Kultur. Unser großer Sohn war zum Glück noch regelmäßiger Käufer der lustigen Taschenbücher, immerhin. Und im Fernsehen gab es bei uns zuhause oft Spongebob und die Simpsons. Aber irgendwie ist das nicht das gleiche. Und deshalb geben wir Euch den Tipp, Eurem Kind doch einfach mal einen Comic-Klassiker Eurer Kindheit vorzulegen, vielleicht springt der Funke ja über, das wäre doch was. Dann kommt Eure vergilbte Sammlung, die man niemals für ein paar Euro verkaufen würde, noch zu ganz neuen Ehren. Und ähnlich wie Skaten, Jojo-Tricks und der Fuchsschwanz am Bonanzarad muss man doch später was zu erzählen haben, wenn man selbst vierzig ist und die eigenen Kinder um einen Herumturnen. Für eine lückenlose Comic-Sammlung gibt es bestimmt viel Anerkennung. Und jetzt kommt Ihr: sind Comics noch zeitgemäß? Welche Serien kauft Ihr Euren Kindern? Und an was erinnert Ihr Euch selbst noch? Ich freue mich auf Euer Feedback. Fotos: Ⓒ Ehapa // madmag.com

Von Stern

Quelle: http://blogs.stern.de/daddylicious/asterix-lucky-luke-und-co-wo-sind-b...

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